Umgang mit Angst II

Selbstständigkeit und Erfolgserlebnisse

 

In diesem Video sieht man, wie ich Missy bei Aufkommen von Unsicherheit eine lösbare aber herausfordernde Aufgabe stelle.

 

Ich habe ein hochwertiges Spielzeug rechts zwischen den Bäumen platziert, in diesem Fall war sie beim Auslegen dabei und konnte zuschauen.
Dann sind wir weiter gegangen, ich habe sie ein wenig Targetarbeit machen lassen, usw.

Diese Strecke ist für Missy sehr gruselig und es ist ein Trainingsresultat, dass wir überhaut dort gemeinsam spazieren gehen konnten.

 

Ich möchte, dass sie sich wohl fühlt, dass sie positive Erlebnisse mit der Umgebung verbinden kann, aber ich möchte vor allem, dass sie in ihrer Selbstständigkeit verstärkt wird.


Ein wichtiges Element des Trainings mit ängstlichen Hunden ist es, die Selbstständigkeit und das Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen zu fördern.  

 

Wenn Missy sich nicht ganz sicher fühlt, scannt sie die Umgebung nach möglichen Gefahren ab und konzentriert sich nicht mehr auf das Erkunden der Umgebung.

 

Nach einem traumatischen Vorfall im November war sie eine ganze Weile lang sogar so stark auf die Gefahrensicherung fixiert, dass sie lediglich zum Lösen mit mir raus gegangen ist, die Ohren auf Dauersatelit, die Rute auf Halbmast, permanent bereit, den Rückzug anzutreten.

 

Also ist es ein sehr wichtiges Ziel, ihr die Freude am Erkunden der Umgebung zurückzubringen.

 

Indem ich ihr die Verlorensuche anbiete, schlage ich gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe.

 

  • Sie erfährt, dass sie eigenständig erfolgreich ist. 
  • Sie verknüpft mit der Situation etwas sehr Positives.
  • Erkundungsverhalten wird verstärkt.
  • Selbstständigkeit wird gefördert.

 

Durch den kleinschrittigen und hochwertig belohnten Aufbau der Verlorensuche (Rückspursuche) fungiert das Verlorensignal auch als Verstärker zum Gegenkonditionieren "gruseliger" Momente.

(Siehe Umgang mit Angst I)

 

Ich finde es besonders wichtig, möglichst ganzheitlich für freudige Erlebnisse zu sorgen.

Nicht nur soll die Aufgabe geistig angemessen herausfordernd sein, damit der Hund ein intensives Erfolgserlebnis hat, auch körperlich darf es gern etwas zur Sache gehen.


Moderate und herausfordernde Bewegung ist Balsam für die Seele und eine gute und dynamisch einsetzbare Muskulatur, also ein gutes Körperbewusstsein, ist eine wichtige Zutat für das Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen.